Kragenfragen: Den richtigen Hemdkragen finden

Business, Freizeit oder Hochzeit – das weiße Hemd ist eine echte Leitfigur der Herrenmode und gehört in jeden wohlsortierten Kleiderschrank. PEFRECT DAY hielt den Hals hin.  

von Tilman Sanhüter

Die Zahl der verschiedenen Hemdenschnitte ist gigantisch. Das beginnt schon beim Kragen. Aber welche Formen unterscheidet man, was passt zu wem und worauf muss man bei der Auswahl achten? Zunächst einmal gilt, dass der Kragen mit dem Anzug harmonieren muss. Die Grundregel lautet: Je schmaler das Revers, desto schmaler der Kragen. Analog dazu verlangt ein breiter Aufschlag nach einem breiteren Kragen. Ähnliches gilt für die dazu getragene Krawatte. Zu guter Letzt richtet sich die Größe auch nach der Statur des Trägers. Kleine drahtige Herren drohen hinter zu mächtigen Krägen zu verschwinden. Große kräftige Männer laufen dagegen Gefahr, albern auszusehen, wenn Kragen und Krawatte zu schmal ausfallen. Beim Stoff sollte man möglichst auf Synthetikfasern verzichten. Die sind zwar pflegeleicht und knittern weniger, jedoch leidet oftmals die Atmungsaktivität. Im Sommer sollte man lieber auf ein Gewebe mit Leinenanteil zurückgreifen, für den Winter bietet sich reine Baumwolle an. Auch die Webart spielt eine tragende Rolle. Am häufigsten begegnet man der Popeline, einem gerippten Gewebe aus feinen Garnen. Es erfreut sich so großer Beliebtheit, weil es relativ leicht ist und sich somit bequem trägt. Allerdings besteht bei der Popeline das Risiko, dass dunkles Brusthaar, in die Haut gestochene Drachen oder Schlimmeres durchscheinen. Die Lösung kann ein Twill- oder Fischgrat-Hemd sein. Die schräg verlaufende Struktur verwehrt ungewollte Einblicke. Das ist in jedem Fall die bessere Wahl als Tanktops unter Popeline-Hemden. Und wenn ein Hemd einmal in die Hose gesteckt war, dann bleibt es bitte auch darin.

Kent-Kragen

Der Kent-Kragen – benannt nach Prince George Edward Alexander Edmund, dem 1. Duke of Kent – ist ein wahrer Evergreen. Vor allem, weil er sich mit vielen Krawattenbreiten und -knoten kombinieren lässt. Unter ihm sieht auch eine asymmetrische Art der Bindung wie der einfache Windsor manierlich aus. Eine Fliege passt weniger gut, ist aber ebenfalls zulässig.

Haifisch-Kragen

Etwas festlicher als der Kent ist der Haifisch-Kragen. Seine Spitzen reichen tiefer auf die Brust herab und stehen in einem weiter geöffneten Winkel zueinander. Daher bietet er viel Raum für eine breitere Krawatte und wirkt mit einem symmetrischen Knoten wie dem doppelten Windsor am besten.

Button-Down-Kragen

Der Button-Down ist im Grunde eine Abwandlung des Kent-Kragens, lediglich um Knöpfe an den Spitzen erweitert. Er wirkt eher sportlich und man kombiniert ihn eher selten mit einer Krawatte. Eine Fliege geht in Ordnung oder man lässt den obersten Knopf lässig geöffnet.

Steh-Kragen

Einen Sonderweg geht der Stehkragen, denn er ist kein Umschlagkragen. Damit verbieten sich Krawatte oder Fliege natürlich von selbst. Der Stehkragen wirkt modern und weltoffen und bietet sich eher für lockere Feiern und Boho-Hochzeiten an, bei denen man gerne auch Chinos und Freizeitsakkos trägt.

Klappen-Kragen

Besonders schick ist der Klappen-Kragen, der zum Smoking obligatorisch ist, sich aber auch für schicke dunkle Anzüge anbietet. Besonders gut wirkt er mit einer Fliege, eine edle Krawatte ist ebenso akzeptiert, sofern sie symmetrisch gebunden ist. Hemden mit Klappen-Kragen haben normalerweise Umschlagmanschetten.

Tab-Kragen

Wer es etwas ausgefallen mag, greift zum Tab-Kragen. Der Stil stammt aus den 1980er Jahren und strahlt geordnete Sicherheit aus. Der Steg, der die beiden Kragenspitzen verbindet, verläuft unterhalb der Krawatte. So ist sie vor Verrutschen gesichert und kann jede noch so wilde Hochzeitsparty ab.

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